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Toetet den Prozess

Toetet den Prozess

Business Hacks Strategie

Hey, Workplace‑Revolutionaere—

Stell dir ein Unternehmen vor, in dem niemand um Erlaubnis bitten muss. Wo Buerokratie keine Leiter ist, die man erklimmt, sondern ein Relikt, das man ablegt. Wo Menschen wichtiger sind als Prozesse.

Klingt idealistisch? Es passiert bereits — still, mutig, weltweit.

Willkommen im Zeitalter der Humanocracy.

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Warum wir ein neues Modell brauchen

Seien wir ehrlich: Die meisten Unternehmen laufen noch auf Managerialismus — der Glaube, dass Kontrolle, Messung und Top‑down‑Strukturen der Schluessel zur Performance sind. Aber Kontrolle skaliert keine Kreativitaet. Und Messung erzeugt selten Sinn.

Das Resultat? Eine Epidemie der Entkopplung.

Der globale Gallup‑Report 2022 zeigt, dass fast 79% der Mitarbeitenden nicht engagiert oder aktiv disengaged sind.

In Europa ist es noch schlimmer.

Buerokratie zieht Energie, Zeit und Leben aus Organisationen. Eine Harvard Business Review Studie (2017) schaetzt, dass „organizational drag“ die US‑Wirtschaft jaehrlich mehr als 3 Billionen Dollar an Produktivitaet kostet.

Was, wenn wir aufhoeren, Menschen zu managen, und anfangen, sie zu entfesseln?

Was ist Humanocracy?

Der Begriff stammt aus dem Buch Humanocracy von Gary Hamel und Michele Zanini — ein Manifest, um Unternehmensbuerokratien durch menschenzentrierte Betriebssysteme zu ersetzen.

Aber es ist mehr als Managementtheorie. Es ist eine Rebellion gegen die industrielle Annahme, dass Menschen unzuverlaessig sind und von Systemen kontrolliert werden muessen.

Humanocracy bedeutet:

  • Organisationen um Vertrauen statt Kontrolle bauen
  • Teams die Moeglichkeit geben, sich selbst zu organisieren, zu managen, zu korrigieren
  • Anerkennen, dass Menschen Wert schaffen — nicht Systeme

Das heisst nicht Anarchie. Es heisst Verantwortung ohne Babysitting. Es heisst nicht keine Struktur. Es heisst Struktur, die sich an Menschen anpasst, nicht umgekehrt.

Wer macht das?

Haier (China)

Keine Trend‑Startup. Sondern der groesste Haushaltsgeraete‑Hersteller der Welt, mit 80.000+ Mitarbeitenden.

Unter Zhang Ruimin zerlegte Haier sich in 4.000 autonome Mikro‑Unternehmen. Jede Einheit setzt Ziele, steuert Budget und teilt Gewinne.

Sie eliminierten die meisten Middle‑Management‑Rollen. Sie bauten eine interne Plattform‑Oekonomie, bevor der Begriff existierte.

Ergebnis? Umsatz vervierfacht. Time‑to‑Market von Monaten auf Wochen. Und Mitarbeitende? Sie fuehlen sich wie Unternehmer.

Buurtzorg (Niederlande)

Gegruendet von Jos de Blok 2006, revolutionierte Buurtzorg die Pflege, indem es Macht an die Pflegekraefte zurueckgab.

Keine Call Center. Keine komplexen Hierarchien. Nur kleine selbstorganisierte Teams (max 12 Pflegekraefte), die entscheiden, wie sie Communities versorgen.

Ergebnis: Hoehere Patientenzufriedenheit, 30% niedrigere Kosten im niederlaendischen Gesundheitssystem und nahezu kein Burnout.

Motto? Humanity over bureaucracy.

NER Group (Spanien)

Ein Netzwerk von Unternehmen im Baskenland mit einer radikalen Regel: Demokratie am Arbeitsplatz.

Mitarbeitende setzen Gehaelter gemeinsam. Leadership rotiert. Profit wird geteilt. Meetings sind offen. Finanzdaten transparent.

Ziel ist nicht nur wirtschaftliche Performance — sondern Wuerde, Gleichheit und Freude an Arbeit.

Keine Genossenschaft. Sondern for‑profit Industrieunternehmen, die ihre Wettbewerber outperformen.

Funktioniert das?

Bevor wir in die Daten gehen, verdient eine Bewegung Anerkennung, die diese Denkweise verbreitet: Corporate Rebels.

Gegruendet von Joost Minnaar und Pim de Morree, ist Corporate Rebels ein globales Forschungs‑ und Beratungsprojekt, das progressive Arbeitsplaetze besucht und Lessons teilt. Sie haben Insights aus ueber 150 Trailblazer‑Companies gesammelt — von Patagonia bis Handelsbanken — und daraus ein Framework fuer radikal humane Organisationen gemacht.

Sie schreiben nicht nur ueber Wandel. Sie bauen ihn.

Ja, und zwar nicht nur in Nischen.

Laut Corporate Rebels zeigen humanokratische Modelle:

  • 2–4x hoeheres Engagement
  • weniger Absentismus und Turnover
  • schnellere Innovationszyklen
  • staerkere Kundenloyalitaet

Der Schluessel? Vertrauen ersetzt Ueberwachung. Purpose ersetzt Compliance. Accountability fliesst seitwaerts, nicht nur nach unten.

Und es zeigt sich: Menschen brauchen keinen Boss, um ihre beste Arbeit zu leisten.

Sie brauchen Sinn.

Was haelt uns auf?

Angst.

Angst vor Kontrollverlust. Angst, obsolet zu werden. Angst, dass ohne Hierarchie Chaos ausbricht.

Doch viel Chaos entsteht durch Hierarchie: Misskommunikation, Bottlenecks, sinnlose Meetings, Corporate Theatre.

Die Ironie: Buerokratie fuehlt sich sicher an, ist aber fragil. Sie kollabiert unter Komplexitaet. Humanocracy dagegen ist by design adaptiv.

Das groesste Risiko ist, nichts zu tun.

Humanocracy ist nicht anti‑Struktur. Es ist pro‑Mensch. Sie laedt uns ein, Organisationen zu bauen, die die Unordnung, Brillanz und Unvorhersehbarkeit echter Menschen reflektieren.

Es geht nicht darum, nett zu sein. Es geht darum, klug zu sein. Wenn Menschen frei beitragen koennen, wird Business staerker. Kultur tiefer. Arbeit wieder etwas, das Sinn macht.

Wir brauchen nicht mehr Frameworks. Wir brauchen mehr Mut.

Lasst uns Unternehmen bauen, die so lebendig sind wie die Menschen, die sie machen.

Bis zum naechsten Mal, bleib frei.

Alex

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Bei Kredo helfen wir Organisationen, Systeme zu bauen, die Menschen befaehigen — nicht nur kontrollieren. Wenn du den Prozess toetend willst und echte Kultur bauen moechtest, lass uns sprechen.

Wenn Sie diese Prinzipien auf Ihre Marke anwenden wollen, sprechen Sie mit uns.

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